Auslegung zur Monatslosung

von Fritz Kreutzke

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum
glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Ev Johannes Kap 20, Vers 29
Das ist der Monatsspruch für den Monat April.

Da bleibe ich doch zunächst beim ersten Satz stehen.
Ich denke, in gewisser Weise sind wir wohl auch so ein Thomas.
Darf ich das so schreiben? Ich meine: Ja und nein zugleich.
Wieso?
Es wäre uns doch wohl lieber, wenn wir unseren lieben Herrn leibhaftig
unter uns hätten. Greifbar, so wie Thomas es sich damals wünschte. Es
wäre uns lieb, seine, Jesu, leitende Hand in unserer zu spüren. Ein
begreifbarer Wunsch, den wohl Menschen die Gott lieben, hegen.
Einige Worte zum zweiten Satz, etwas später.
Wir können uns ja auch mal in die damalige Zeit versetzen, um den
Thomas zu verstehen Die Jünger waren einfache Leute, keine gelernten
Theologen. Sie wurden durch den Herrn Jesus aus ihren Berufen
herausgenommen (erwählt, berufen) und konnten mit ihm durch die Lande
ziehen. Sie durften seine, des Herrn, Vollmacht erleben, die auch ihnen
teilweise zugesprochen wurde. Sie hörten seine Worte, die voller Kraft
waren (Matth 5-7), sahen seine Liebe zu den Menschen, die ja auch die
Jünger einschloss und hörten und bekamen viele Ratschläge für das
tägliche Leben.
Welche Geborgenheit im Herrn, durften die Jünger gleichzeitig fühlen und
erleben.
Die Jünger mussten aber auch zur Kenntnis nehmen, dass das nicht für
immer so bleiben würde. Jesus kannte den ihm von Gott vorgezeichneten
Weg. Mehrfach wollte er sie auf sein Sterben hinweisen und ihnen auch
ganz klar sagen, dass er nach 3 Tagen wieder auferstehen würde. Schon in
Matth 16, in den Versen 21-23 können wir es nachlesen, wie Jesus es
erklärt. Selbst schon da, in Vers 22, wollte ihn Petrus von diesem Weg
abbringen. So lauten die Worte des Petrus, und ich denke, wir kennen sie:
Das geschehe dir ja nicht. Der Herr muss ihm antworten: Hebe dich von
mir weg, Satan.
Muss ich diese harten Worte des Herrn hier erklären?
Ich möchte es mit meinen einfachen Worten versuchen.
Petrus sprach hier den Willen Satans aus. Deswegen die harten Worte zu
Petrus. Satan wollte die Liebestat des Herrn, die zu unserer Rettung führt,
(weil der Herr unsere Sünde auf sich nahm) unbedingt verhindern.
Hatte Petrus das, was im Vers 21 vorausgesagt war, in dem Moment
vergessen? Der Herr hatte es den Jüngern doch ganz deutlich gesagt, dass
er nach 3 Tagen wieder auferstehen würde. Auch hatte er in Matth 17,23
schon darauf hingewiesen.
Den Tod Jesu wollten die Jünger nicht. Sie hörten die betreffenden Worte
zwar, aber sie konnten sie nicht verinnerlichen.
Sie konnten diese Ankündigungsworte des Todes des Herrn, nicht mit den
Erlebnissen, die sie mit Jesus erlebt hatten, in Einklang bringen.
Und da bricht das weg, worauf sie auch ihr Leben gebaut hatten.
Damit war auch für Thomas und natürlich auch für alle Jünger,
ein fester Halt nicht mehr da.
Das war für sie e n d g ü l t i g.
In dieser, für sie vermeintlich, unabänderlichen Gegebenheit, gingen
sieben Jünger zurück zu den Booten am See.
So könnte man, abschließend, menschlich betrachtet und in uns hinein
horchend sagen, ja, wir haben viel der Jünger in uns.
Wir wollen und können nicht solche Nachfolger unseres Herrn sein, die die
vorgegebenen Worte unseres Monatsspruches nicht voll ausschöpfen.
Noch dazu, wo es doch die persönlichen Worte Jesu sind. Ich empfinde,
hier spricht der Herr eine ganz zentrale Botschaft an die Christenheit.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Es war das Wort an Thomas und auch für Thomas.
Ja, es galt ihm persönlich, weil er den Erzählungen seiner Mit-Jünger nicht
glaubte. Es war aber auch das Wort für Thomas, dass ihn zum Glauben
führte.
Sind es nicht auch die Worte, die bis heute ihre volle Bedeutung für uns
haben?
Wir könnten einwenden, Thomas konnte ja die Nägelmale des Herrn
sehen, hätte sie anfassen können. Der hatte es also leicht zu glauben. Nein,
das war es nicht. Sein Herz war überwunden, so, dass er ausrufen konnte:
Mein Herr und mein Gott! (Der Vers vor unserem Losungswort, der Vers 28)
Jesus fügt der zweiten Aussage ein Wort voran! „Selig“.
Dieses Wort führt uns zu den Seligpreisungen in Matthäus 5.
Mich bewegte , zu unserem Wort passend, der Vers 8:
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Das ist das Eigentliche.
Es geht in den Worten des Herrn nicht um das allgemeine Sehen, es geht
um unser Inneres. Wenn wir zu Jesus kommen, werden wir nicht so
bleiben wie wir sind. Wir bekommen keine neuen Herzklappen, nein,
unser Herz bekommt, wenn ich das so schreiben darf, „Augen“.
Augen für Gottes Wirken, Augen für Gottes Liebe, Augen, die auf dich/uns
achten, Augen die dich/uns behüten und bewahren, Augen, die darauf
hinwirken, dein/unser ganzes Leben zum Guten zu führen.
Es gäbe noch sehr viel mehr, was hier u schreiben wäre.
Jesus geht hier darauf ein, dass er nach seiner Auferstehung, nicht mehr in
menschlicher Gestalt unter uns ist. Er ist darum mit dem menschlichen
Auge nicht sichtbar und wirkt trotzdem in aller Liebe an uns und für uns,
in seiner göttlichen Kraft.
Das erleben wir und sehen es doch nicht.
Da sind wir beim dritten Wort, das der Herr nennt. Beim Glauben!
Mir wurde es mal in einer Predigt geschenkt, die Bedeutung des Glaubens
zu definieren.
Glaube ist Hingabe und Vertrauen, so durfte ich es erkennen und sagen.
Liebe Schwester, lieber Bruder, liebe Leser dieser Auslegungen
Jeder mag/muss sich fragen, inwieweit er sich in die Liebe des Herrn
bergen möchte, inwieweit er sein Ego loslassen kann, inwieweit er sein
ganzes Vertrauen auf Jesus, den Sohn Gottes, legen kann.Die Entscheidung
ist lebensrettend, denn das ewige Leben, das Jesus /Gott zugesagt hat, wird
uns nur geschenkt, wenn wir an die Rettung in und durch Jesus glauben.
Lassen Sie mich aus meinem, Leben eine ganz kleine Episode
„ausplaudern“.
Ich habe, seit ich mein Leben dem Heiland übergeben habe, es war 1960,
kein Hehl aus meinem Glauben gemacht. Auch nicht auf der Arbeitsstelle.
Als ich mit meinen Kollegen ins Gespräch über den Glauben an Gott kam,
waren sie der Meinung, ich wäre ein Idealist. Ich bestätigte ihre Meinung
und sagte ihnen, ja, der bin ich. Aber ich würde den Begriff “Ideal“ nicht
als das Höchste stehen lassen, ich würde diesen Begriff für mich, in
Gewissheit umwandeln.
Die Frage: Wieso?
Für mich liegt im Begriff „Ideal“ nicht die Vollkommenheit. Die aber,
finde ich in Gott.
Meine, an und für sich sonst umgänglichen Kollegen, nahmen für sich in
Anspruch, Materialisten zu sein.
Sie begründeten ihren Standpunkt, indem sie sagten: Hier vor uns steht der
Tisch, den sehen wir, den können wir anfassen. Das ist realistisch.
Jesus setzt hier sein Wort gerade entgegen, (Ich wiederhole unser
Eingangswort)
indem er sagt:
Selig sind, die(mich) nicht sehen und doch glauben.
Es grüßt sie und Euch von ganzem Herzen und ich verbleibe mit den
herzlichsten Wünschen für Sie. Bitte, treffen Sie die richtige Entscheidung
für Ihr Leben.

Ihr, nun sehr alter,
Fritz Kreutzke (sen 96)

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