Auslegung zur Monatslosung

von Fritz Kreutzke

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch
nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5 Vers 1
Das ist das, von der Brüdergemeine in Herrnhut ausgeloste Wort, für den
Monat Oktober
Nein! Nicht, dass Jemand denkt, na, das ist ja prima. Christus selbst hat
uns erlaubt, unser Leben so zu gestalten, wie wir es mögen. Mit aller freien
Wahl.
Das mögen Gedankengänge eines Menschen sein, der nur die ersten Worte
des Verses liest und keine Gemeinschaft mit dem Herrn hat.
Ja, wir dürfen und müssen uns dieser Denkweise mit aller uns von Gott
gegebenen Kraft entgegenstellen. Warum? Weil es um etwas ganz anderes
geht.
Am 09.08. (Sonntag) wurde es mir sehr, sehr schlecht. Wie sagt man, ich
war meiner nicht mehr mächtig. Doch was ich meinte, trat nicht ein. Gott
hat in seiner großen Güte mich, in knapp zwei Tagen, wieder „geerdet“.
Ich hatte gemeint und auch gesagt, ich kann nicht mehr. Mit viel Gebet gab
mir der Herr auch wieder den Faden, den Monatsspruch weiter zu
überdenken. Es brauchte viele Tage bis mir der Weg gezeigt wurde.
Ich lade uns alle ein, an Hand der Bibel mitzuerleben, wie Gott sein
geliebtes Volk aus Ur in Chaldäa herausführt und das ohne eine
Zielangabe.
Es geht mit unserem Denkvermögen zurück bis zu Abram. Es soll uns zu
unserem Monatsvers führen, den Paulus den Galatern (wohl auch uns)
nahebringt.
Gott ruft ihn aus seinem bisherigen Umfeld. Ein Ziel wird ihm nicht
gegeben, aber er folgt.(1.Mose Kapitel 12.) Gott führt ihn in das Land
Kanaan, welches Er ihm zu EIGEN gibt. Der bisherige Wohnort in
Chaldäa neigte dazu, fremde Götter anzubeten. Abrams Vater hegte die
Anbetung des Mondes. Das würde für die ihm Nachfolgenden, die
Abkehrung von Gott bedeuten. Gott schenkt dem Abram die Erkenntnis,
dass das der falsche Weg ist. Darum folgt er der Weisung des Herrn.
Gott verfügt die Beschneidung
Im Kapitel 17 (Abram wird zum Abraham) bestimmt Gott, dass alles
männliche beschnitten werden muss. Das bezeugt den Beschnittenen die
Zugehörigkeit zu Gott. Es ist der Gesetzesbund. Also die feste Bindung an
Gott. Wird die Maßnahme nicht vollzogen, droht die Ausrottung und
schwerste Strafen folgen.( Kap. 17,14)
Das diese, von Gott verfügten Maßnahmen und Strafen, für jeden zum
Gottesvolk gehörenden Mann, ein absolutes Muss war, hat sich bis in die
Zeit Jesu (und wohl auch heute noch) erhalten.
Beim Weiterlesen in der Bibel werden wir mit der
Bestrafung der begangenen Sünden bekannt gemacht.
Näheres erfahren wir, wenn wir im 3. Mose-Brief nachschlagen. Wir
dürfen schon hier erfahren, dass es Gott nicht um das zu opfernde Fleisch
geht. Es geht um das versöhnende und erlösende, dargebrachte Blut des
Opfers,
(Im Vater-Unser: Für dich vergossen) das die Sünde löscht. Wir erkennen
hier auch den Hinweis auf Jesu Leiden und Sterben. Wir dürfen aber dabei
auch die Liebe und die Gnade Gottes gegenüber den Schuldigen sehen. Es
musste eben nicht für den armen Bürger das festgeschriebene Maß
erbracht werden, wenn es ihm in keiner Weise möglich war, es zu
entrichten. Wichtig war das demütige Herz.(Kap 4,27-31)
Jesu vollgültiges Opfer
Wenn wir die wenigen, aber sehr bedeutenden, Worte über die
Beschneidung lesen, können wir wohl verstehen, in welchem inneren
Zwiespalt sich die Judenchristen befanden.
Sie hören von der einen Seite: Ohne Beschneidung keine Errettung und
von der anderen Seite:
Ein Mensch wird nicht durch Werke des Gesetzes gerecht, sondern durch
den Glauben an Jesus Christus.(Galater 2,16)
Dieser letzte Satz lässt in den Galatern und im Gottesvolk ein Fragen
aufkommen.
Paulus erinnert hier die Galater, dass nach dem bisher bestandenen
Gesetz, der Fluch des Gesetzes demjenigen zukommt, der die
Beschneidung nicht vollzieht. Er beendet diesen Satz aber damit, dass
Jesus diesen Fluch auf sich genommen hat.(Kap 3,13) Somit ist die
„Verfügung“ erloschen. Nun gilt: Der Glaube an den Sohn Gottes, an
unseren Herrn Jesus Christus, bringt die vollständige Erlösung für das
Leben.
Schauen wir ein wenig in das örtliche Geschehen.
Die Galater waren eine Volksgruppe aus Frankreich, die auf ihrer
Wanderung Richtung Osten, im Westen der Türkei sesshaft geworden
waren. Landschaft und Anwohner sagten ihnen zu, sie blieben. Neben dem
Kennenlernen übernahmen sie auch den Glauben der Juden und die
dazugehörigen Riten.(Die gegebenen Gesetze). Paulus kam auf seiner
ersten Missionsreise in ihr Gebiet und lernte sie kennen. Wir kennen
Paulus und wissen, dass er überall, wo er hinkam, von Jesus und seiner
Liebe und Gnade und von der Rettung in ihm, erzählte. So erfahren die
Galater auch, dass das Beschneiden nicht mehr notwendig ist. Es wird nun
auch bei ihnen so verfahren.
Pharisäer und Judenchristen kamen zu ihnen zu Besuch. Es waren
Menschen, die sich von dem Jahrtausende alten Gesetz Gottes nicht
trennen wollten oder konnten. Das bedeutete, sie erkannten die Vollmacht
Jesu nicht an. Die Lösung der bisherigen Gesetzesbindungen wird
anerkannt, aber das gilt bei ihnen nicht für die Beschneidung. Das der Herr
Jesus alle Vollmacht hat und damit auch die Löschung aller Gesetze
verfügen kann, wird nicht anerkannt.
Das Verlangen der Pharisäer und Judenchristen, die Vollmacht des Herrn
nur insoweit anzuerkennen, wie es die Beschneidung nicht betraf, geht an
der Bestimmung in
Gal 2/16 vorbei. Es missachtet die Anerkennung der Vollmacht Christi.
(Ich weiß, ich wiederhole mich). Auch die Beschneidung, trotz Absetzung
zu vollziehen, stellt sich gegen Galater Kap 2/16. Dort heißt es:
Ein Mensch wird nicht durch Werke des Gesetzes gerecht, sondern durch
den Glauben an Jesus Christus.
Irgendwie erinnert es mich an die Gegebenheiten in der DDR.
Schon im Kindesalter wurde, vom Staat her, auf die erstrebenswerte
Zugehörigkeit zum Staatswesen hingearbeitet. Das galt für Kindergarten
und Schule gleichermaßen.
Ziel war die Einbindung an den Staat durch die Jugendweihe. (Diese Form
habe ich bei Hitler auch schon selbst erlebt.)
Es gab für Eltern aber auch die Möglichkeit, je nach Kirchenzugehörigkeit,
die Konfirmation oder die Kommunion für die Kinder zu nehmen.
Natürlich von der Obrigkeit ungern gesehen. Das ging soweit, dass dann
eventuell eine Zulassung zur höheren Schule nicht gewährt wurde. Um
diese eventuelle Nichtzulassung zu umgehen, wählte man beide
Möglichkeiten.
Das ist, was mich an das Verhalten der Pharisäer erinnerte.
Nun wieder zu Paulus und den Galatern.
Als Paulus auf seiner 2. Missionsreise wieder zu den Galatern kam,
entdeckte er, dass sie, entgegen Gal 2/16, den Weisungen der Pharisäer
entsprachen und die Beschneidung zusätzlich durchführten. Das führte ihn
zu der Aussage unseres Monatsspruches in Galater 5, Vers 1:
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch
nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Klare Worte, klares Ziel!
Was ist damit gesagt? Entweder ihr Galater (dieser Ausspruch ist auch für
uns voll gültig) geht euren Weg im vollen Vertrauen an Jesu Vollmacht und
glaubt, dass er vom Gesetz frei gemacht hat, oder ihr fallt unter das, was
Paulus im Kap 5,2 sagt: Ich Paulus, sage euch: Wo ihr euch beschneiden
lasst, so nützt euch Christus nichts.
Denn, so verstehe ich (Fritz) es, es ist kein wirklicher Glaube an den, Dich
über alle Maßen liebenden Herrn, bei dir vorhanden. Du gehst verloren.
Ich wünsche Dir/Ihnen von Herzen, ein gesegnetes, offenes Herz, das
dieses, uns gegebene Wort, „ein freimachender Wegweiser“ für das Leben
ist.
Gottes Segen, Seine Bewahrung und Führung in allen Lebenslagen und die
immerwährende Hinleitung zum Gebet wünscht Allen,

Ihr und Euer Fritz Kreutzke(sen)96

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