Auslegung zur Monatslosung

von Fritz Kreutzke

Für den Monat Juli ist uns ein Wort aus Amos vorgegeben. Wir finden es
im Kapitel 5. Dort ist es der Vers 24 und lautet:
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die
Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos, was ist das für ein Mann?
Ich suche nach seinem Lebenslauf und finde ihn in meiner
Jubiläumsbibel. Die Geschwister meiner Heimatgemeinde, Burtenbach,
werden sagen, es ist doch noch gar nicht lange her, dass unser Pfarrer uns
die „kleinen Propheten“ intensiv und umfangreich vorgestellt hat.
Ich will provozieren!
Wieviel wissen wir noch von diesen guten Vorträgen? Speziell, hier von
Amos?
Es ist also gut, wenn wir an Hand der Losungen, wieder herangeführt
werden.
Ich zitiere aus meiner Bibel:
Amos, der Hirte von Thekoa, welchen Gott von der Herde weg zu seinem
Boten berief, ist Gerichtsprediger in besonderer Weise. Eine gewaltige
Persönlichkeit, vom heiligen Prophetengeist durchdrungen, steht er im
unbedingten Gehorsam zu dem Herrn, dem „Gott Zebaoth“und
empfängt daher den kühnen Mut zum Auftreten und Reden ohne
Menschenfurcht.
(Auszug aus Luthers Vorwort)
Wie wandern die Gedanken?
Als ich das vom Hirten las, wanderten meine Gedanken sofort zu David.
Alle sieben Brüder musste Samuel an sich vorbeigehen lassen. Immer
wieder musste er sich von Gott sagen lassen, nein, diesen habe ich nicht
erwählt. Den Jüngsten musste man von den Schafen holen und da gab Gott
dem Samuel das Zeichen. Ja, den, den David, habe ich erwählt. Nicht
Statur und Aussehen ist beim Herrn ausschlaggebend, sondern die
Herzensstellung .
Damit sind wir bei dem Wort, das gerade hier im 5. Kapitel, beleuchtet
wird. Dazu ein wenig vorher:Gott spricht zu seinem auserwählten Volk,
durch Amos, schon im Kapitel 3, Verse 1+2. :
Hört die Botschaft, die der Herr gegen euch verkündigt hat, ihr Kinder
Israel, die ich euch aus Ägypten befreit habe: Unter allen Völkern der
Erde habe ich allein euch erwählt.
Deshalb muss ich euch bestrafen.
Kommt da bei Dir ein Unverständnis auf? Auserwählt von Gott. In seine
liebevolle Obhut genommen. Durch seine umsichtige Führung in den
Gefahren bewahrt. Kann es denn einem Volk besser gehen?
Nun spricht Gott von Bestrafung?
Bei den wenigen Worten, die ich zu David schreiben durfte, konnte ich
auf die Herzensstellung hinweisen. Das ist es, was dem Gottesvolk
abhanden gekommen ist. Ja, Gott hat ihnen alles geschenkt. Sie lebten sehr
gut. Aber:
1. Sie schrieben sich selbst den erreichten Wohlstand zu und
2. Sie vergaßen die große Güte und Liebe Gottes, der der Geber der
guten Gaben war.
Sie lebten ohne Gott zu danken, ohne ihn zu ehren.
Dazu würden die damaligen Menschen wohl sagen: Das ist nicht richtig,
was du da über uns schreibst. Gott hat uns durch Mose genaue Vorschriften
und Gesetze gegeben. Er hat auch die Feiertage festgelegt und die genauen
Bedeutungen dieser Feste erklärt. Das halten wir doch ein! Wirklich?
Sind eure Herzen und Gedanken dabei?
Wenn wir die Worte in den Kapiteln des Propheten Amos lesen, erhalten
wir den Eindruck, dass sich das Volk von der innigen Verbundenheit mit
Gott gelöst hat. Es ist nur eine Pflichterfüllung übriggeblieben. …. Diese
Frage stellt sich auch heute, an mich, an uns.
Der Zeitpunkt, an dem ich mich mit dem vorgegebenen Wort beschäftigen
darf, ist die vorösterliche Zeit. Die Menschen freuen sich über die
herannahenden Feiertage. Vier Tage frei. Wo fahren wir hin, was
unternehmen wir. Gedanken über die Bedeutung des Osterfestes sind wohl
rar.
Wenn ich gerade über eine Frage an uns schrieb, ist eben auch die Frage an
unsere Herzensstellung gestellt.
Ist es so, dass wir sagen, ja, unserer Oma waren die Feiertage (nicht nur
Ostern gemeint) so wichtig, also müssen wir auch zum Gottesdienst
gehen?
Ist es so, dass wir meinen, Gott hat das so bestimmt, also müssen wir
gehorchen?
Ich könnte weitere Denkweisen aufzählen, immer wieder steht die gestellte
Frage dahinter.
So war das Volk Gottes eingestellt, es gab kein Hingezogen-Sein zum
Geber aller Gaben. (siehe 2.)
Dem Heiligen Gott bleibt nichts verborgen.
Es hatte sich nicht nur die Halbherzigkeit des Begehens der Feiertage und
die Missachtung der Forderung Gottes über die Reinheit der Opfertiere
eingeschlichen. Im Volk hatte sich eine sehr große Ungerechtigkeit im
Rechtswesen breit gemacht. Die verantwortlichen Richter waren der
Vorteilsnahme nicht abgeneigt. Sie fühlten sich nicht mehr in der
Verantwortung vor Gott.
Amos rief schon im Vers 14 dem Volk zu:
Suchet das Gute und nicht das Böse, auf das ihr Leben möget.
Schon die letzten vier Worte dieses Verses beinhalten doch ein
wunderbares Angebot des Herrn.
Mir fällt wieder dieser nicht wahre und ungute Spruch der heutigen
gedankenlosen Menschen ein:
Nach dem Tode ist sowieso alles aus.
Wie dankbar bin ich meinem Herrn Jesus, dass ich dagegen setzen darf:
Nach dem Tode fängt es erst richtig an.
Darf ich an die Jahreslosung des Vorjahres erinnern?
1. Thessalonicher 5,21: Prüft alles und behaltet das Gute!
Wenn wir das, was ich bisher schreiben durfte, überdenken, können wir
Gottes Zorn verstehen. Wir können dann auch die Ankündigung der
Bestrafung seines Volkes verstehen. Gerade das Volk, das sich Gott
erwählt hat und mit Liebesgaben überschüttet hat, ist ihm über die Maßen
untreu. Wir erfahren, wenn wir in den Ausführungen des Apostels lesen,
dass Gott auch über andere Völker erzürnt ist, aber Gott will bei seinem
Volk beginnen.
Ich möchte hier doch noch einmal unsere Losung für den Monat
wiederholen und wir werden die Worte besser verstehen können.
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie
versiegender Bach.
Wir haben in der Neuzeit lernen müssen, wie durch die Klimaänderung,
Wassermassen gewaltige Schäden verursachten.
Wasserströme, denen man nichts entgegensetzen kann.
Wenn hier der Herr sagt, dass er mit vergleichbarer Gewalt, dem Treiben
der damaligen Gerichtsbarkeit ein Ende machen will, dann hat das damals
vorhandene Rechtssystem keinen Bestand mehr. Betrachten wir das
„strömen“, dann wird es auch nicht wieder im bisherigen Tun aufleben. Es
wird ordentliche Gerechtigkeit geben und, die letzten Worte versiegeln es,
es wird Bestand haben. Der Heilige Gott wird dafür sorgen und es
überwachen.
„Ich bin versucht“,- diese drei Worte schwirren seit Tagen durch meinen
Kopf. Ja, ich bin versucht, Amos in die heutige Welt zu holen. Das ist
natürlich nicht möglich. Aber wir können die Ereignisse und die
Lebensweise dieser Welt, an die Meßlatte seiner, von Gott gegebenen
Worte, legen. Ich möchte noch einen Schritt weitergehen und fragen:
Wie ist es mit der Herzensstellung der Christen heute? Meiner, Deiner? Ich
habe schreiben dürfen: Dem heiligen Gott/Jesus bleibt nichts verborgen.
Vielleicht ist Er mit unserem Tun und Sagen gar nicht einverstanden,
vielleicht entsprechen wir in keiner Weise der Gabe, die Er in uns gegeben
hat. Vielleicht lebst du dein Leben mit der Devise: Na, so ernst ist das
doch wohl nicht zu nehmen.
Die Entscheidung über Tod und ewiges Leben und die, mit dem Heiland
Jesus Christus, ist jedem überlassen. Nur muss sich Jeder klar darüber
sein, es ist eine Entscheidung für das ewige Leben, oder das ewige
Verlorensein. Bitte entscheide dich für den Lebensretter, den Retter,
der dich unendlich liebt.
Ein Liederdichter hat die Notwendigkeit der Hinkehr zum Heiland, bereits
im 19. Jahrhundert in Verse gefasst:
Komm zu dem Heiland, komme noch heut, folg seinem Wort, jetzt ist es
noch Zeit!……

Es grüßt euch von ganzem Herzen
Ihr/Euer Fritz Kreutzke (sen 96)

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