von Fritz Kreutzke
In den Losungen wird uns für den Februar 2026 der Vers 11, aus
5. Mose, Kapitel 26, vorgeschlagen. Er lautet:
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der
Herr, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.
Ein Zuspruch Gottes, den man gleich auf die Geburtstagskarte übernehmen
möchte. Das sind Worte, die wir von unserem barmherzigen und
liebevollen Gott gerne hören.
Doch bitte, ehe wir diesen wunderbaren Spruch im Einzelnen betrachten,
lasst uns einen Blick auf das 5. Buch Mose werfen, um den
Zusammenhang „einzuatmen“.
Mose erhält noch einmal Weisungen von Gott.
Warum erwähne ich „noch einmal“?
Er ist sich bewusst, dass es seine letzte Zeit mit dem Gottesvolk ist.
Gott hatte ihm den persönlichen Einzug in das Land Kanaan versagt.
Warum?
Hatte er doch, im Gehorsam Gott gegenüber, treu, über lange Zeit, Gottes
Weisungen an das Volk übertragen. Dieses, sehr oft mürrische und
undankbare Volk, das auch bei der Wanderung durch die Wüste immer
wieder die Hilfe Gottes erleben durfte, war und blieb undankbar. Mose war
sehr erzürnt über dieses Verhalten und ließ sich eines Tages dazu
hinreißen, den Willen Gottes zu missachten.
Ein Beispiel für das Verhalten des Volkes.
Das Volk Gottes war auf seiner Wanderung in der Wüste Zin angekommen.
Sie waren auf dem Weg nach Elim. Vieh und Mensch brauchten Wasser
zum Überleben.
Sie fanden einen Teich. Doch als sie das Wasser probierten, war es so
bitter, das es insgesamt untrinkbar war. Sie beschimpften Mose und Aaron,
wie schon mehrmals, mit den Worten: Wären wir doch in Ägypten
geblieben, da ging es uns gut. Keine vertraute Hinwendung zu Gott mit
Bitten und Flehen. Kein Denken an die wunderbaren Hilfen des Herrn
bisher. Aber auch hier half Gott. In seiner großen Liebe und
Barmherzigkeit zu den Seinen, durfte Mose, in Gottes Auftrag,
untrinkbares, bitteres Wasser, genießbar werden lassen. (2.Mose,Kap
15,23-25)
Das Wissen, dass Gott sie liebt und versorgt, wenn sie sich mit
vertrauensvollem Gebet ihm zuwenden, war abhanden gekommen.
Dann, als sie weiter wanderten, kamen sie wieder in Wassernot. Sie hatten
nichts gelernt. Erneut wenden sie sich voller Zorn an Mose und Aaron. Die
Beiden gehen zur Hütte des Herrn, werfen sich dort voll Demut nieder und
bitten Gott um Hilfe. Was dann geschieht,
können wir in 4. Mose, Kapitel 20, in den Versen 2-12 lesen.
Wie lieb Gott sein Volk, ja auch uns, hat, dürfen Mose, Aaron und das
Volk erleben. Trotz aller Aufsässigkeit verspricht der Herr zu helfen. Er
gebietet Mose seinen Stab zu nehmen, zu einem Felsen zu gehen und mit
diesem Felsen zu reden .(8) Er, der Fels, solle auf Gottes Geheiß Wasser
geben. Ich zitiere Vers 9: Da nahm Mose den Stab vor dem Herrn, wie er
ihm geboten hatte. Vers 10: Und Mose und Aaron versammelten die
Gemeinde vor dem Fels und Mose sprach zu ihnen:
Hört, ihr Ungehorsamen, werden wir (also Mose und Aaron, ohne Gottes
Gabe zu erwähnen), euch auch Wasser bringen aus diesem Fels? Vers 11:
Und Mose hob seine Hand auf und schlug den Fels mit seinem Stab
zweimal.
Diese Verse beantworten die Frage, die ich anfangs gestellt habe. Gottes
Urteil über Mose und Aaron, folgt im Vers 12. Weil ihr mir nicht geglaubt
habt, mich nicht geehrt und geheiligt habt, werdet ihr die Gemeinde nicht
in das Land führen, das ich euch gegeben habe.
Nun sind wir bei unserem Losungstext.
Schon im 3.Mose, Kapitel 20, Vers 24, wird dem Volk Gottes gesagt, dass
Gott sie in ein sehr reiches und fruchtbares Land führen wird.
(Wir lesen dort: Ein Land wo Milch und Honig fließt. Das ist die Umschreibung für reich und
fruchtbar. Hier, in unserem Text , wird diese Umschreibung,Vers 9, erneut gebraucht)
Dem bisher Geschriebenen können wir entnehmen, dass über die Zeit des
Auszuges aus Ägypten, das Volk immer wieder unzufrieden war. Sie
vergaßen in ihren „Lobgesängen auf ihren ägyptischen Fleischtopf“, die
harte Fronarbeit, die sie leisten mussten.
Unser Herr und Gott steht zu seinem Wort. Nun dürfen sie das, ihnen
zugesprochene, Land erleben. Ja, du hast recht. Nicht nur die Fruchtbarkeit
des Landes durften sie erleben, nein, auch die Früchte die dieses Land
hervorbringt, durften sie genießen. Der Tisch ist reichlich gedeckt.
Da haben, so denke ich, die Gedanken an die Gefangenschaft und die Fron
in Ägypten, wohl kaum noch Raum. Auch die Schwierigkeiten während
des Auszuges(Exodus) sind beiseite geschoben.
Beinahe möchte man sagen, lieber Gott, du brauchst uns gar nicht mehr
sagen (unser Losungswort), freut euch und seid fröhlich. Bei diesen guten
Gaben, können wir ja fröhlich sein.
Ich schreibe mal so einfach, ich bitte euch um Nachsicht, über die
Gedanken in meinem alten Kopf.
Ich sehe eine wunderschön gedeckte Tafel. Die geladenen Gäste nehmen
Platz und bedienen sich. Alle bewundern das Festessen, doch die Hausfrau,
oder wer immer alles bereitet hat, wartet vergeblich auf den Dank. Auch
wurde der gemeinsame Dank zu Beginn des Essens „vergessen“.
Wenn ich hier „Hausfrau“ schrieb, wie mag unser Herr ein derartiges
Verhalten „schätzen“?
Was sagt uns unser Bibelwort?
Du sollst fröhlich sein über alles Gute, das der Herr, dein Gott, dir und
deiner Familie gegeben hat.
Wo bleibt der Dank?
Vielfach höre ich: Das haben wir uns gut erarbeitet. Unsere Kraft und
unsere Fähigkeit steht dabei im Vordergrund. Das Gott aber dieses
Vermögen gab, wird nicht gesehen, oder ohnehin nicht bedacht.
Wir finden unser Losungswort nicht alleinstehend. Es fügt sich ein in die
Verse 8 bis 11(12). Gott gibt dort der allgemeinen großen Freude ein
„Vorbedenken“.
Unser Herr Jesus erzählt in Lukas 12,16-21 die Geschichte eines reichen
Kornbauern. Man findet dort kein Wort des Dankes, das an den Geber der
guten Ernte gerichtet ist.
Es wendet sich der Blick zurück.
Wir hier, an der Festtags-tafel, haben seit dem Auszug aus Ägypten vieles
erleiden müssen. Lasst uns das bedenken, ehe wir beginnen. Lasst uns
Gott dem Herrn, von Herzen danken. Er hat uns hierher geführt. Er hat
wachsen lassen, was wir nun ernten dürfen. Ihm gebühren die ersten
Früchte. Dabei sollst du nicht bleiben.
Den Gaben an den Herrn, sollst du dein Gebet, das von Herzen kommen
sollte, beifügen.
Die Verse unseres Bibelwortes führen uns noch zu einem weiteren Tun aus
Liebe.
Der reiche Kornbauer dachte nur an sich. Er sah nicht die Erntehelfer und
noch weniger die Bedürftigen. Er durfte seinen Reichtum nicht genießen.
Er starb in der selben Nacht.
In unserem Bibelvers wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass
die Gaben die Gott uns gibt, für das ganze Haus gegeben sind.(Vers 11)
Um im Text des alten Testaments zu schreiben: Vergesse nicht die Leviten
und die Fremdlinge.
Wieso mahnt Mose hier, diese 2 Volksgruppen nicht zu vergessen.?Wir
schauen weit zurück. Jakob hatte mit seinen 2 Frauen, Lea+ Rahel und den
2 Mägden Bilha+Silpa, (1.Mose Kap 29, ab Vers 21) 12 Söhne. Unter den
Söhnen wurde das Land aufgeteilt(verlost). Allerdings erhielt der Stamm
Levi kein Land. Er hatte die Aufgabe, den Tempeldienst zu verrichten.
Darum bestand für die Brüder die Aufgabe, sie zu versorgen.
Die Fremdlinge kennen wir bis heute. Wir sagen wohl heute „Erntehelfer“.
In der Ernte des Gemüses, Bsp Spargel und der Obsternte, sind diese
Arbeiter gar nicht mehr wegzudenken. Fleißige Menschen, die neben
ihrem Lohn auch versorgt werden müssen.
Ich habe mich bei der Auslegung bisher an die Luther-Bibel (JLB 1912)
orientiert. Die NLB legt den Vers 11 wie folgt aus:
Zum Eingang noch Vers 10:
Wenn ihr dann die Erntegaben vor den Herrn gelegt habt und ihn, euren
Gott, angebeten habt, (11) dann feiert zusammen mit den Leviten und den
Ausländern, die bei euch wohnen, ein fröhliches Fest,weil der Herr, euer
Gott, euch und euren Familien so viel Gutes geschenkt hat.
Ich möchte abschließend uns alle bitten, unser Leben und Tun zu
überdenken. Wie ists mit unserem Dankes-Leben und unserem Gebet
gegenüber unserem Herrn und unseren Lieben und den Menschen denen
wir begegnen?…auch im Geschwisterkreis/Gemeinde?
Mit einem herzlichen Gruß und dem Wunsch um Gottes Segen für uns alle
Ihr/Euer/Dein
Fritz Kreutzke(sen)