Auslegung zur Monatslosung

von Fritz Kreutzke

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit
Mühe und Haschen nach Wind
Kohelet/ Prediger Kapitel 4, Vers 6
So lautet die Vorgabe im Losungsbüchlein der Brüdergemeine für
den September 2026

Ich bekam Besuch. Es war so Ende Juni/ Anfang Juli.
Als alter Mensch, der nicht mehr so mobil ist, ist es eine
besondere Freude. Hat man sich doch über die vielen Jahre auf die
Begegnungen in den Gottesdiensten gefreut. Es war der Austausch
über Freud und Leid. Somit auch der Anlass von Gebeten
füreinander. Diese Gebete ergaben auch eine wunderbare Bindung
in und an unseren Herrn und Heiland Jesus Christus.
In unserem Gespräch, kamen wir auch auf die Monatssprüche zu
sprechen. Am Anfang des Jahres hatte ich mir eine
Zusammenstellung für das ganze Jahr aus dem Internet
ausgedruckt. Die Herrnhuter Brüdergemeine gibt sie ja, für den
jeweiligen Monat,(als Losungen bekannt) heraus und viele unserer
Gemeindeglieder finden dort auch, für jeden Tag, eine wunderbare
Wegführung. Welch ein Fundus, welch eine Quelle, die uns zu
Jesus führen will. Hat doch der Sohn Gottes in seiner großen
Liebe, alle unsere Schuld auf sich genommen und durch sein
Opfer, sein Sterben am Kreuz, dafür bezahlt.
Der Besuch freute sich mit mir, über übereinstimmende
Gedanken, oder besser Erkenntnisse, die uns geschenkt wurden.
Das Wort für den September setzte meinem Gast jedoch ein
Fragezeichen. Insbesondere, die angegebene Bibelstelle aus dem
Buch Kohelet. Kopfschütteln? Das soll ein Buch aus der Bibel
sein? Ja, ist es und die Schwestern vom Verband kannten sich
natürlich aus. Das Wort stammt aus dem Hebräischen und
bedeutet: Einer der zum Volk spricht. Ich habe diese Sprache nicht
gelernt und musste nachlesen. Luther hat es mit „Buch des
Predigers“ übersetzt. So war es uns auch bekannt.
Als ich später in verschiedenen Bibelübersetzungen nachsah, fand
ich fast ausschließlich Luthers Übersetzung.
Geläufiger ist die Bezeichnung Kohelet, in der Katholischen
Kirche. (Ekklesia, so las ich).
In der Evangelischen Kirche zählt es zu den Lehrbüchern.
Noch einige wenige Worte zum Urheber des Buches.
Er wird uns nicht namentlich genannt. Die Beobachtungen, die er
über die Menschen tätigt und niederschreibt, weisen auf Salomo.
Salomo, Sohn des Königs David und König nach David.
Es ist der Sohn des Königs David, der am Sterbebett seines Vaters
liebevoll und ernstlich auf Gottes Lenken und Leiten hingewiesen
wird.(1. Könige Kapitel 2, Verse 1-10). Es ist der Salomo, dem
Gott im Traum erschien und der sich Gottes Leitung für die
Staatsführung erbitten darf. (1 Könige Kapitel 3, Verse 5-15).
Hier seine Bitte:
(9) So wollest du(Gott) deinem Knecht(Salomo) geben, ein gehorsames
Herz, dass er dein Volk richten möge und verstehen, was gut und böse ist.
Denn wer vermag dies, dein mächtiges Volk, zu richten.
Es ist auch der Salomo, zu dem die Königin von Saba kam. Sie
staunte über seine Weisheit, (Vers 12, und Kap 5,11, die ihm von
Gott gegeben wurde) und seinen Glanz.
Alle Welt sprach vom „Salomonischen Urteil“ gegen zwei Frauen,
die sich um ein Kind stritten. Nachzulesen in
1. Könige 3 Vers 23.
Es gibt aber auch die andere Seite dieses Königs, der sich nicht
scheute, seinen Bruder Adonia ermorden zu lassen.
Auch etliche andere Sünden. Ich möchte nur noch seine 1000
Frauen erwähnen. Er liebte besonders fremdländische Frauen.
Diese verehrten andere Götter und brachten ihn dazu, den Gott
Israels zu vernachlässigen, indem er dann auch den fremden
Götzen Opfer brachte. (11,4) Gott warnt ihn (1.Kö,9,6), doch er
hört nicht und so wird ihm letztendlich sein Königreich
genommen. (11,9)
Es gilt auch uns bis heute als Warnung. Verlässt du den, dich
liebenden Gott, verlierst du dein Seelenheil, verlierst du dein
ewiges Leben, verlierst du die, dich gnadenvoll führende, Hand.
Doch nun zu unserem Wort.
Es war mir wichtig diesen Mann erst einmal vorzustellen, diesen
so reich von Gott gesegneten Menschen. Man sagt von ihm, er
habe 300 Sprüche verfasst. Ja, das können wir uns auch deswegen
vorstellen, wenn wir nachlesen, dass er 40 Jahre wirken durfte. 40
Jahre die Menschen und auch sich selbst, beobachten zu können
und auch die entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen und
sie auch niederzuschreiben, das können wir nachvollziehen
Der Prediger schrieb seine Beobachtungen in das Buch, dass wir
heute als Buch des Predigers in der Bibel finden. Sein Anliegen
war nicht nur Beobachtungen niederzuschreiben. Diese, seine
Niederschriften, sollten uns vor Fehlentscheidungen in unserer
Lebensführung bewahren. Der uns als Beispiel vorgegebene Vers
ist uns als
Monatslosung für den September ausgelost worden
und lautet:
Besser eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und haschen
nach Wind.(So hat Luther den Vers 6, im Kapitel 4 übersetzt)
Die „Neues Leben-Bibel“ übersetzt(es sei mir erlaubt, ein wenig abzuschreiben):(6)
Dann habe ich festgestellt, dass alle Mühe und jeder Erfolg nur eine
Folge des Neides des einen auf den anderen ist. Auch das ist sinnlos und
gleicht dem Versuch, den Wind einzufangen…….(Weiter der Prediger)
Ich meine, dass man besser dran ist, wenn man wenig hat, dieses aber in
Ruhe genießen kann, als wenn man viel besitzt und sich ein Leben lang
abmüht. Das ist der Versuch, den Wind einzufangen.—Gleich kommt die Frage in uns auf: Was ist Neid? Beispiele:
Eingebildet sein, von anderen bewundert zu werden,
Unzufriedenheit, u.a…..Greifen nach Wind.
Ich darf verraten, ich habe das ganze Predigerbuch gelesen. Vieles
wird angesprochen und vieles hat mich bewegt.
(Zu lieben Geschwistern meinte ich: Ratschläge hoch 3) Wichtig ist mir, dass
er immer wieder auf Gottes Wirken hinweist, obwohl er selbst
immer wieder abweicht.
Über seine Betrachtungen und Erkenntnisse könnte man
schreiben: Die Eitelkeit bewegt die Menschheit.
Luther schreibt über ihn und seinen Lebensstil: Hat er auch,
besonders in seiner Jugendzeit, üppig gelebt, blieb er doch in den
von Gott gegebenen Schranken und sieht zu jeder Zeit den Geber
aller guten Gaben. Denn am Dasein Gottes zweifelte der Prediger
nicht. Zitat
Man kann unser Losungswort vielleicht besser verstehen, wenn
man in der Neues-Leben-Bibel NLB, im Kapitel 3, die Verse 13 +
14 liest. (13) Denn ein jeglicher Mensch, der da isst und trinkt und hat guten
Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.(14) Mir ist auch klar
geworden, dass alles was Gott tut, endgültig ist. Nichts kann hinzugefügt und
nichts kann weggenommen werden.
So schreibt der Prediger weiter.
Zurück zur Losung und wir bleiben beim Vers 6 des Kapitels 4.
Auch hier möchte ich bei der Übersetzung der NLB bleiben.
Ich(Salomo) meine allerdings, dass man besser dran ist, wenn man wenig hat,
dieses aber in Ruhe genießen kann, als wenn man viel besitzt und sich ein Leben
lang abmüht. Das ist wie der Versuch, den Wind einzufangen.
Nun aber für Dich und für mich, Ihr Lieben alle.

Ich bin ehrlich. Diesen Text auszulegen, zu bedenken, zu verstehen, war mir schwer. Ich
bedanke mich für alle Unterstützung, alle Mithilfe die mir zuteil wurde, in Form von guten
Worten, Gebeten und bezüglichen Schriften. Sie waren mir Hilfe, selbst dann, wenn ich
andere Wege geführt wurde. Mein Danken geht in erster Linie an unseren Heiligen,
Wunderbaren, Dreieinigen Gott. Lob Preis und Anbetung Ihm. Ich bitte, lest diesen Text
nicht im D-Zug Tempo. Nehmt Euch die Zeit und überdenkt die Worte des Predigers und
prüft Euch selbst. Gott segne Euch

Euer
Fritz Kreutzke Senior (96)

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