Auslegung zur Monatslosung

Auslegung zum Monatsspruch für Mai 2024 von Fritz Kreutzke:

In den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeinde ist uns ein Wort
aus 1. Korinther Kapitel 6, Vers 12, vorgegeben.
Alles ist mir erlaubt,
aber nicht alles dient zum Guten.
Alles ist mir erlaubt,
aber nichts soll Macht haben über mich.
Die Elberfelder Bibel wählt für unsere Bibelstelle die Überschrift:
Warnung vor Unzucht.
Sie wählt für die zweite Zeile: Aber nicht alles ist mir nützlich.
Und schreibt in der vierten Zeile: Aber ich will mich von nichts
beherrschen lassen.
Vorab eine Feststellung, die zugleich eine Warnung ist.
(So empfand ich es beim Lesen)
Am Anfang des 6. Kapitels geht es um Rechtsstreitigkeiten
innerhalb der Gemeinde. Also Gemeindeglieder untereinander.
Derartige Unstimmigkeiten gehören nicht vor ein weltliches
Gericht, so ist es dort zu lesen, sondern sind so zu klären, wie es in
Matthäus 18, 15+16 beschrieben wird.
Jesus zeigt hier, wie man zum Zweck der Gewinnung eines
Verirrten oder Gefallenen in der Gemeinde verfahren soll.
Nämlich mit brüderlicher Liebe, mit weiser Abstufung, mit
heiligem Ernst. (Zitat: Jubiläumsbibel) Auch in der Apostelgeschichte
finden wir Beispiele dazu.
In den ersten Versen des Kapitels 6 ist uns auch zu bedenken
gegeben, dass in den Gottesdiensten Menschen teilnehmen, die
noch nicht im Glauben gefestigt sind, aber gerne Gottes Wort
hören und gerne die Gemeinschaft spüren. Sie könnten durch
Streit und Lieblosigkeit in der Gemeinde, abgeschreckt werden.
Warum beginne ich mit den Worten aus dem Anfang des Kapitels?
Gerade die Worte des Paulus, ab Vers 12, geben zunächst einigen
Missverständnissen Raum.
Soweit der Anfang – oder soll ich schreiben – das Vorwort zu
unserem Monatsspruch.
Alles ist mir erlaubt!
Da mag mancher denken, dann kann ich ja tun und lassen was ich
will!
Ich kann stehlen und betrügen, auch andere, schlimme Dinge tun.
Nanu? Was sagt der Apostel denn hier?
Das ist doch mit dem siebenten Gebot nicht in Einklang zu
bringen. Und das sechste und neunte Gebot?
Paulus warnt gleichermaßen vor falschen Deutungen. Er nennt
Einschränkungen.
Er stellt seine „freizügigen“ Worte sofort in das richtige Licht. Nur
das soll ich im Leben anstreben, was mir zum Guten dient.
Im Kapitel 10,24 schreibt er dazu:
Niemand suche das Seine, sondern ein Jeder suche, was des
Anderen ist.
Dazu ist zu bedenken:
1. Ist die betreffende Sache auch wirklich heilsam?
2.. Ist die betreffende Sache für andere förderlich?
(Zitat)
Schauen wir bitte wieder zurück zum Text der Monatslosung.
Die erste Erkenntnis aus der Monatslosung finden wir in der
zweiten Zeile:
Aber nicht alles ist mir zum Guten oder: Nicht alles ist mir
nützlich!
Mit Sicht auf die Überschrift der Elberfelder Bibel: „Warnung vor
Unzucht“, können wir in der Menge – Übersetzung dazu lesen:
Unzuchtsünden haben mit christlicher Freiheit nichts zu tun.
Dort lesen wir auch weiter:
Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist mir zuträglich.
Eine weitere Erkenntnis zieht Menge aus der vierten Zeile der
Losung, dabei geht es um die Machtverhältnisse.
Alles ist mir erlaubt:
Ja, aber ich darf mich nicht von Irgendwem oder Irgendwas
beherrschen lassen.
Ich fand eine Erläuterung zu diesem Vers.
Auch beim Erlaubten ist die Frage: Bringt es nicht Schaden?
Bringt es mich nicht um meine Freiheit? (Zitat: Jubiläums -Bibel)
Eine schwierige Lektüre ist uns da vorgegeben.
Ich gönne mir eine kleine Ruhe. Da werden mir Worte gegeben:
Schreibe ein großes „Aber“!
Sind uns nicht mit dieser Bibelstelle ganz wunderbare Weisungen
erteilt worden? Ist nicht zur Versöhnung aufgerufen und die
Möglichkeit dazu aufgezeichnet? Ist es doch wunderbar zu
erleben, wenn zwischen zwei Menschen wieder ein Seelenfrieden
zum Tragen kommt?
Doch, es kommt schon mal zu Missverständnissen. Wie gut, wenn
man die Zeit findet, miteinander zu sprechen. Das ist im Sinne
unseres Heilandes. Er hat uns vergeben und so dürfen auch wir es
tun. Schlimmer geht es gar nicht, als seinen Groll im Herzen zu
tragen, vielleicht sogar längere Zeit. Wie groß ist dagegen die
herzliche Freude der Vergebung und Versöhnung. Es ist ein
spürbares Aufatmen in der Gemeinde, aber vor allem persönlich.
Wir haben einen wunderbaren Herrn.
Er hilft uns auch in den Fragen, die in uns aufklingen, die uns
schwierig erscheinen. Ich meine die, die Paulus hier anspricht. Du
darfst mit allen Fragen zu Ihm kommen. Du wirst die richtige
Führung und Weisung bekommen. Vertrau dem Herrn und Gott. Er
liebt Dich.

Es grüßt herzlich und wünscht Gottes Segen
Ihr/Euer/Dein
Fritz Kreutzke

Consent Management Platform von Real Cookie Banner